In der Fremde zu Hause

Fritz Lieblich ist der letzte noch lebende deutsch-jüdische Flüchtling in der Stadt Porto. Ein Besuch

Pass Fritz Lieblich
In akzentfreiem Deutsch mit einer leicht niedersächsischen Färbung begrüßt Fritz Lieblich seine Gäste. Deutsch, so erzählt der knapp 97-Jährige, habe er seit 1935 nur manchmal noch mit seiner Schwester Ilse gesprochen. Auf dem Tisch im Wintergarten stehen ein kühles Bier und eine Wurstplatte. Der Blick durch die großen Fenster geht auf Porto mit seinen Brücken und den Fluss Douro. Nur ein Wohnblock schränkt den Panoramablick ein. »Früher konnte man bis zum Meer sehen«, stellt der alte Herr bedauernd fest. Fritz Lieblich ist der letzte lebende deutsch-jüdische Flüchtling in der nordportugiesischen Stadt. …
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Über Fritz Lieblichs Schwester habe ich vor Kurzem in der Jungle World geschrieben: „An allen Fenstern Lumpenfetzen“

Späte Gerechtigkeit

Ein Thema, das mich schon seit längerem beschäftigt, ist die Rehabilitierung von Artur Carlos de Barros Basto, der in den 1920er Jahren die jüdische Gemeinde in Porto (Portugal) nahezu alleine wieder aufgebaut hat und in den 1930ern Opfer eines antisemitischen Schauprozesses wurde.

Hierzu wurden in dieser Woche zwei Artikel von mir veröffentlicht. Ein kurzer in der Jüdischen Allgemeinen und ein etwas ausführlicher, englischer auf Jewish Ideas Daily.

Die vergessenen jüdischen Flüchtlinge

„Vor 1948 lebten ungefähr 900 000 Juden in den arabischen Ländern des Nahen Ostens, heute sind es knapp 6 000. Im Jemen, in Algerien, Libyen und im Sudan gibt es heute keine jüdischen Gemeinden mehr. Selbst im Iran, wo sich noch die einzig nennenswerte jüdische Gemeinde der Region befindet, leben von den einstmals ungefähr 120 000 Juden gerade einmal noch 8 700. Der erzwungene Exodus hat die sogenannte Weltgemeinschaft nie wirklich interessiert.“

Meinen vollständigen Artikel gibt es bei der Jungle World

Der Kaiser ohne Kleider

„In den letzten 65 Jahren haben sich die Fakten vor Ort grundlegend geändert. Seit 1967 ist Israel im Westjordanland und Jerusalem vereinigt, Hunderttausende Israelis wohnen dort und werden auch nach einem Friedensvertrag dort wohnen. Diesen Tatsachen müssen sich die Palästinenser endlich stellen.

Zumal Ehud Olmert noch im Jahr 2008 bereit war, nahezu hundert Prozent der Westbank zu räumen. Der Vorschlag mag nicht den palästinensischen Idealvorstellungen entsprochen haben, aber er wäre eine Basis für weitere Verhandlungen gewesen. Doch Abbas zog es vor, wieder einmal mit Nein zu antworten. Es ist diese Haltung, die wirkliche Fortschritte im Nahen Osten verhindert, obwohl es die Palästinenser sind, die eine Verständigung mit Israel dringend brauchen. So wird das palästinensische Drama auch nach Abbas’ Rede vor der Vollversammlung weitergehen, weil niemand in der internationalen Gemeinschaft derjenige sein möchte, der den Palästinensern sagt, dass sie der Kaiser ohne Kleider sind.“

Zu meinem Beitrag auf The European geht es HIER.

Mahmud Abbas, korrupt und unfähig

„Der „Arabische Frühling“ hat den Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern aus den Schlagzeilen verdrängt. Der Präsident der palästinensischen Autonomiebehörde Mahmud Abbas möchte das in dieser Woche ändern. Die Vollversammlung der Vereinten Nationen soll, so seine Ankündigung, Palästina den Status eines Beobachterstaats verleihen. Die Initiative offenbart Abbas’ Scheitern als palästinensischer Hoffnungsträger.“
Meinen vollständigen Artikel gibt es beim Tagesspiegel.