Archiv der Kategorie 'Allgemein'

Ein Mann, ein Megafon und eine Botschaft

Ein Moment, der die schrecklichen Angriffe auf das World Trade Center überleben wird, ist die kurze Ansprache, die George W. Bush am 14. September auf den Trümmern gehalten hat. Es zeigt jemanden, der nicht nur verstanden hat, um was es am 11. September ging, sondern der auch den Schmerz und die Wut der Betroffenen fühlt:

Es lohnt sich zu lesen, was einer seiner engsten Vertrauten, Karl Rove, dazu geschrieben hat: (mehr…)

Ehre, wem Ehre gebührt

Am kommenden Samstag würde Horace M. Kallen, von dem der Leser dieses Blogs bereits gelesen hat, 130 Jahre alt.

Das war für mich ein Grund, einen Artikel über Kallen zu verfassen, in dem ich versuche, ihn der Vergessenheit, in die er geraten ist, zu entreißen.
Zu finden ist er auf der englischsprachigen Seite Jewish Ideas Daily. Viel Spaß!

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Gefühlt wie Brüder

Anfang Juni 2009 sagte der oberste islamische Richter der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) Scheich Taysir Tamimi im offiziellen Fernsehen der PA:

„Bezüglich der Juden sagt der Heilige Koran, dass ihnen das Wissen fehlt, sie keine Weisheit besitzen, nichts wissen, Vereinbarungen brechen, usw. Die Juden sind jedoch dafür bekannt – und man wusste das durch die ganze Geschichte hindurch –, dass sie falsche Behauptungen aufstellen, lügen, fälschen, verleumden und Dinge frei erfinden, nur um ihre Aggression, ihren Landraub, die Schändung heiliger Stätten, die Aneignung von Land, die Zerstörung von Häusern, den Mord an Kindern, Frauen und alten Menschen zu rechtfertigen.“

Wenige Tage darauf, am 9. Juli, stand Albrecht Schröter, Oberbürgermeister von Jena, zusammen mit Tamimi in der ersten Reihe einer Demonstration gegen den israelischen Sperrwall in der Nähe der palästinensischen Stadt Beit Jala.
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Nichtberichterstattung

Während SPIEGEL online sich in der gewohnt israelkritischen Rhetorik ergeht und über die Erweiterung der Regierungskoalition Israels titelt: „Netanjahu schmiedet Kriegskoalition“, übergeht diese deutsche Qualitätsseite wie üblich jegliche vertrauensbildende Maßnahmen der Israelis.

So erfährt man dort nichts von den zahlreichen Maßnahmen, die Netanyahu in den letzten Wochen implementiert hat, und die die Bewegungsfreiheit der Palästinenser erleichtern. Wenn es um den Nahen Osten geht, sollte man sich wirklich nicht alleine auf die Berichterstattung deutscher Medien verlassen.

Denn wie der Militärkorrespondent der Jerusalem Post Yaakov Katz vor ein paar Tagen berichtete, hatte die Zivilverwaltung von Judäa und Samaria (Westbank) aufgrund der gestiegenen Stabilität in diesen Gebieten einige der sogenannten „road blocks“ entfernen können.

Diese Hindernisse wurden von mindestens sechs Straßen in der Nähe von Tulkarem, Nablus, Balata und Ariel geräumt. Zusätzlich wurde bereits vor einigen Wochen die sogenannte Shomronim Barriere beseitigt.

In den letzten 4 Jahren kamen außerdem 30 „checkpoints“ dazu, wo im Gegensatz zu den „road blocks“ israelische Soldaten Palästinenser kontrollieren. Gegenwärtig bleiben damit 11 „checkpoints“, die sich, so Katz weiter, hauptsächlich entlang der Grünen Linie – der Waffenstillstandslinie von 1949 – befinden. Katz zitiert einen israelischen Offizier: „Heute können Palästinenser von Nord-Samaria nach Süd-Judäa in Rekordzeit reisen und müssen dabei vielleicht einen checkpoint passieren. Vor drei Jahren hätte es einige Stunden gedauert und sie hätten mehrere checkpoints über sich ergehen lassen müssen.“

Die Redaktion von SPIEGEL online sinniert lieber weiter über die „Kriegskoalition“ und möchte auf liebgewonnene Feindbilder nicht verzichten. Das ist verständlich, würde sonst das Bild des Nahen Ostens zu komplex. In Hamburg sollten sie also Netanyahu für seinen innenpolitischen Coup fast schon dankbar sein. Denn gäbe es den gegenwärtigen israelischen Premierminister nicht, müsste man sich in der Hansestadt glatt einen eigenen Netanyahu erfinden. Aber so etwas würden SPIEGEL-Redakteure ja nie tun…

Keine Rückkehr

I need you so much closer. (Death Cab for Cutie)

Es gibt einen Punkt, an dem man endgültig erwachsen wird, und der hat nichts mit dem Alter zu tun; er hat nichts mit der ersten Freundin, dem Auszug aus dem elterlichen Zuhause oder sonst einem Akt der Selbstständigkeit zu tun. Alle diese Ereignisse haben für den einen oder anderen das Potenzial, Erwachsenheit zu markieren, aber hier soll es ja nun mal um mich gehen.

Erwachsen zu sein kann in meinem Verständnis nur bedeuten, verstanden zu haben, dass die Vergangenheit vergangen ist – unwiederbringlich. Wenn ich so darüber nachdenke, ist doch ein Merkmal meiner Jugend, dass ich mir nie darüber Gedanken gemacht hatte, dass die zerronnenen Augenblicke, zerronnen, und damit für immer vergangen bleiben. Man dachte bisweilen daran, aber bewusst war es einem nie.
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