Archiv der Kategorie 'Israel'

Der Kaiser ohne Kleider

„In den letzten 65 Jahren haben sich die Fakten vor Ort grundlegend geändert. Seit 1967 ist Israel im Westjordanland und Jerusalem vereinigt, Hunderttausende Israelis wohnen dort und werden auch nach einem Friedensvertrag dort wohnen. Diesen Tatsachen müssen sich die Palästinenser endlich stellen.

Zumal Ehud Olmert noch im Jahr 2008 bereit war, nahezu hundert Prozent der Westbank zu räumen. Der Vorschlag mag nicht den palästinensischen Idealvorstellungen entsprochen haben, aber er wäre eine Basis für weitere Verhandlungen gewesen. Doch Abbas zog es vor, wieder einmal mit Nein zu antworten. Es ist diese Haltung, die wirkliche Fortschritte im Nahen Osten verhindert, obwohl es die Palästinenser sind, die eine Verständigung mit Israel dringend brauchen. So wird das palästinensische Drama auch nach Abbas’ Rede vor der Vollversammlung weitergehen, weil niemand in der internationalen Gemeinschaft derjenige sein möchte, der den Palästinensern sagt, dass sie der Kaiser ohne Kleider sind.“

Zu meinem Beitrag auf The European geht es HIER.

Gefühlt wie Brüder

Anfang Juni 2009 sagte der oberste islamische Richter der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) Scheich Taysir Tamimi im offiziellen Fernsehen der PA:

„Bezüglich der Juden sagt der Heilige Koran, dass ihnen das Wissen fehlt, sie keine Weisheit besitzen, nichts wissen, Vereinbarungen brechen, usw. Die Juden sind jedoch dafür bekannt – und man wusste das durch die ganze Geschichte hindurch –, dass sie falsche Behauptungen aufstellen, lügen, fälschen, verleumden und Dinge frei erfinden, nur um ihre Aggression, ihren Landraub, die Schändung heiliger Stätten, die Aneignung von Land, die Zerstörung von Häusern, den Mord an Kindern, Frauen und alten Menschen zu rechtfertigen.“

Wenige Tage darauf, am 9. Juli, stand Albrecht Schröter, Oberbürgermeister von Jena, zusammen mit Tamimi in der ersten Reihe einer Demonstration gegen den israelischen Sperrwall in der Nähe der palästinensischen Stadt Beit Jala.
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Sechs Tage, die die Welt veränderten

Three nations fallen in six days of war
Traitorous neighbours
Received as deserved.

Die Power Metal Band „Sabaton“ aus Schweden hat vor einigen Jahren mit ihrem Lied „Counterstrike“ eine beeindruckende Ode an den fulminanten Sieg Israels im Sechstagekrieg geschrieben:
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Gehrcke und sein Genosse

Der friedensbewegte Gehrcke richtete in dieser Woche in der Fragestunde an die Bundesregierung das Augenmerk der Öffentlichkeit auf das israelische Unrecht gegenüber Barghouti. Wenn man den Ausführungen des außenpolitischen Sprechers der Linkspartei so folgte, konnte man meinen, dass es in Israel nicht mit rechten Dingen zugeht. Wie kann es sein, dass ein demokratisch gewählter Politiker in Israel im Gefängnis schmort?

Leider verschwieg Herr Gehrcke bei seiner so besorgt lautenden Anfrage einige entscheidende Details zum Leben des Marwan Barghouti. Denn dieser wurde im Jahr 2004 von einem israelischen Gericht zu fünfmal lebenslänglicher Haft verurteilt, weil er für schuldig befunden wurde, an mehreren Morden und Terroranschlägen beteiligt gewesen zu sein.

…weiter geht es auf der Achse des Guten

Nichtberichterstattung

Während SPIEGEL online sich in der gewohnt israelkritischen Rhetorik ergeht und über die Erweiterung der Regierungskoalition Israels titelt: „Netanjahu schmiedet Kriegskoalition“, übergeht diese deutsche Qualitätsseite wie üblich jegliche vertrauensbildende Maßnahmen der Israelis.

So erfährt man dort nichts von den zahlreichen Maßnahmen, die Netanyahu in den letzten Wochen implementiert hat, und die die Bewegungsfreiheit der Palästinenser erleichtern. Wenn es um den Nahen Osten geht, sollte man sich wirklich nicht alleine auf die Berichterstattung deutscher Medien verlassen.

Denn wie der Militärkorrespondent der Jerusalem Post Yaakov Katz vor ein paar Tagen berichtete, hatte die Zivilverwaltung von Judäa und Samaria (Westbank) aufgrund der gestiegenen Stabilität in diesen Gebieten einige der sogenannten „road blocks“ entfernen können.

Diese Hindernisse wurden von mindestens sechs Straßen in der Nähe von Tulkarem, Nablus, Balata und Ariel geräumt. Zusätzlich wurde bereits vor einigen Wochen die sogenannte Shomronim Barriere beseitigt.

In den letzten 4 Jahren kamen außerdem 30 „checkpoints“ dazu, wo im Gegensatz zu den „road blocks“ israelische Soldaten Palästinenser kontrollieren. Gegenwärtig bleiben damit 11 „checkpoints“, die sich, so Katz weiter, hauptsächlich entlang der Grünen Linie – der Waffenstillstandslinie von 1949 – befinden. Katz zitiert einen israelischen Offizier: „Heute können Palästinenser von Nord-Samaria nach Süd-Judäa in Rekordzeit reisen und müssen dabei vielleicht einen checkpoint passieren. Vor drei Jahren hätte es einige Stunden gedauert und sie hätten mehrere checkpoints über sich ergehen lassen müssen.“

Die Redaktion von SPIEGEL online sinniert lieber weiter über die „Kriegskoalition“ und möchte auf liebgewonnene Feindbilder nicht verzichten. Das ist verständlich, würde sonst das Bild des Nahen Ostens zu komplex. In Hamburg sollten sie also Netanyahu für seinen innenpolitischen Coup fast schon dankbar sein. Denn gäbe es den gegenwärtigen israelischen Premierminister nicht, müsste man sich in der Hansestadt glatt einen eigenen Netanyahu erfinden. Aber so etwas würden SPIEGEL-Redakteure ja nie tun…