Archiv der Kategorie 'William James'

Ehre, wem Ehre gebührt

Am kommenden Samstag würde Horace M. Kallen, von dem der Leser dieses Blogs bereits gelesen hat, 130 Jahre alt.

Das war für mich ein Grund, einen Artikel über Kallen zu verfassen, in dem ich versuche, ihn der Vergessenheit, in die er geraten ist, zu entreißen.
Zu finden ist er auf der englischsprachigen Seite Jewish Ideas Daily. Viel Spaß!

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Die erträgliche Leichtigkeit des Seins

These, then, are my last words to you: Be not afraid of life. Believe that life is worth living, and your belief will help create the fact. The ’scientific proof‘ that you are right may not be clear before the day of judgment (or some stage of being which that expression may serve to symbolize) is reached. But the faithful fighters of this hour, or the beings that then and there will represent them, may then turn to the faint-hearted, who here decline to go on, with words like those with which Henry IV. greeted the tardy Crillon after a great victory had been gained: „Hang yourself, brave Crillon! we fought at Arques, and you were not there. (William James: „Is Life Worth Living?“, 1895)


Meine Zeit in New York ist rum. In den letzten Wochen war so viel los, dass ich nicht mehr die Ruhe fand, etwas zu schreiben. Über den Vorwahlkampf hätte es sowieso nichts Neues zu berichten gegeben, außer einem ständigen hin un her. Romney gelang es natürlich nicht, die Nominierung im Februar endgültig für sich entscheiden und so wird es damit wohl noch bis Juni weitergehen. Obwohl ich den gesamten Vorwahlprozess den Mauscheleien in den Zentralkomitees der deutschen Parteien vorziehe, ist meine Überzeugung, dass mit Romney ein überzeugender und aussichtsreicher Kandidat gegen Obama antreten wird, der Befürchtung gewichen, dass eventuell doch Santorum von den Republikanern nominiert wird, der mit seinen sehr konservativen Ansichten schlicht nicht die moderaten oder unabhängigen Wähler ansprechen würde. (mehr…)

Aller Anfang ist schwer

The plan for the city must be the Idea of the City as an enterprise of free men in the cooperative attainment of the good life by means of the best instrumentalities available to the modern industrial community. (Horace M. Kallen, 1956)

Jetzt sitze ich also in New York, weit entfernt von brennenden Städten und einem verregnetem Sommer, in einer Stadt, die immer noch ziemlich genau der Idee von Stadt entspricht, die Horace Kallen, in dem Eingangszitat skizziert hat: ein Vorhaben freier Menschen durch die besten Hilfsmittel, die der modernen Industriegesellschaft zur Verfügung stehen, das gute Leben kooperativ zu verwirklichen. Hier werde ich für ein halbes Jahr versuchen, meine Dissertation das entscheidende letzte Stück voranzubringen. Mit finanzieller Unterstützung der Fulbright-Kommission und dem Wissen Richard J. Bernsteins von der New School for Social Research werde ich meine Doktorarbeit zum amerikanisch-jüdischen Philosophen Horace M. Kallen hier diskutieren und weiterschreiben.

Natürlich kann ein Aufenthalt in der kulturellen Kapitale des Westen sich nicht nur auf einen Arbeits- und Forschungsaufenthalt beschränken. Es werden Eindrücke gesammelt, Straßen durchstreift, Bars und Cafés besucht, Menschen getroffen und ein zwiegespaltener Blick von Long Islands Küsten Richtung Europa geworfen, auf unseren Kontinent, den alten.
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